Geschichte des einzigen technischen Textilmuseums im Kanton St.Gallen

Das Textilmuseum Sorntal

Ein ehemaliges Spinnereigebäude aus dem Jahre 1850 wurde 1994 innen und aussen renoviert und ist heute der Standort vom Textilmuseum Sorntal.
Die nachgebildete «Museumsfabrik» ist ein Schaubetrieb der Technik und zeigt auf ca. 900 Quadratmetern Ausstellungsfläche Zeugnisse und historische Textilmaschinen vom industriellen Aufbruch. Hier wird ein Besuch zum Erlebnis textilen Entstehens.
Im Erdgeschoss befinden sich aus der Frühzeit der Industrialisierung, bis hinein in die neuere Zeit, zahlreiche funktionierende Maschinen aus der vielseitigen Textilindustrie.
Der erste Stock bietet eine ganz besondere Atmosphäre, hier sieht man noch die ursprüngliche Situation von einem Fabriksaal aus dem Jahre 1850. Gezeigt werden in diesem historischen Raum hölzerne Geräte aus der Heimindustrie.

Es sind dies nicht nur Spinn- und Spulräder. Gezeigt werden auch Arbeitsgeräte aus der Flachsverarbeitung – Handstickerei – Strickerei – Stoffdruck – Strohverarbeitung – Jacquardweberei – Handweberei usw. Im Dachgeschoss ist das Archiv mit vielen wichtigen Dokumenten, wie Geschäftsbriefe, Geschäftsbücher, viele hundert Stoffmusterbücher, Entwürfe und die Textilbibliothek zu finden.
Alle diese Gegenstände verraten in kleinen Details ein Stück Fabrikleben und die Industrie- und Sozialgeschichte aus dem 19./20. Jahrhundert.
Im Textilmuseum Sorntal wird die Technik auf unterhaltsame Weise präsentiert. Dem Besucher wird ein Einblick in die Arbeitswelt von einst ermöglicht und weckt so Erinnerungen an längst vergangene Zeiten.

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Mio. verschiedene Stoffmuster
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Quadratmeter grosse Ausstellungsfläche
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Eröffnungsjahr Textilmuseum
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Aufnahme in den Kulturgüterschutz
1850

Bau Spinnereigebäude

1850 wurde das Gebäude ursprünglich als Spinnereigebäude erbaut.

1979

Entstehung des Textilmuseums

Gottlob Lutz hat bei Betriebsschliessungen, auf Flohmärkten und bei Antiquitätenhändlern textile Gegenstände gefunden.
Aus kleinen Anfängen entstand eine Sammmlung und wurde nach dem Kauf des Spinnereigebäudes im Jahr 1993 durch die ZETAG AG ein Textilmuseum. Das Ausstellungsgut ist auf 3 Stockwerke verteilt. Im Erdgeschoss befindet sich der Maschinensaal, im 1. Stock hat es vorwiegend hölzerne Geräte aus der Heimindustrie und im Dachgeschoss befinden sich die Bibliothek und das Archiv.

1994

Renovation

Das ehemalige Spinnereigebäude aus dem Jahre 1850 wurde 1994 innen und aussen renoviert und ist heute der Standort vom Textilmuseum Sorntal.

2005

Museum mit nationaler Bedeutung

Erstmals im Februar 2005 informierte der Kanton St.Gallen darüber, dass man das Textilmuseum im Sorntal ins Register A des Kulturgüterschutzes mit nationaler Bedeutung aufnehmen möchte. Bis zum Abschluss der Anhörung und Vernehmlassung der geschützten Kulturgüter der Schweiz hat die Revision fünf Jahre gedauert.
Grundlage für das Schweizerische Kulturgüterverzeichnis ist das von der Unesco 1954 in Kraft gesetzte Haager Abkommen für den Schutz der Kulturgüter. Diesem Abkommen gehören mehr als 120 Vertragsstaaten an.

Einziges technisches Museum

Nur gerade sechs Museen im Kanton St. Gallen findet man im Schweizerischen Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung. Dass in der neuesten Ausgabe dieser besonderen Objekte nun auch das Textilmuseum im Sorntal aufgeführt ist, freut den Initianten Gottlob Lutz besonders, ist es doch eine grosse Anerkennung für das Lebenswerk des ehemaligen ZETAG-Direktors. Das Textilmuseum im Sorntal ist das einzige technische Museum, das im Kanton St.Gallen auf der Liste aufgeführt ist.

2018

Gründung des Vereins

Am Donnerstag, 23. August 2018 fand die Gründungsversammlung im Textilmuseum Sorntal statt. Es wurden Anmeldetalons für Mitglieder, Gönner oder freiwillige Zuwender aufgelegt, die rege genutzt wurden. Vor knapp 100 Mitgliedern und Interessenten wurde der Verein gegründet und der Vorstand gewählt. Dieser konstituiert sich selbst (interne Aufgabenteilung). Daniela Bieri, Michael Huber, Werner Koller, Alfred Torgler, Gottlob Lutz und Richard Holenstein bilden das Rückgrat des jungen Vereins.
Die finanziellen Mittel sollen aus den Mitglieder- und Gönnerbeiträgen, dem Vereinsvermögen, den freiwilligen Zuwendungen sowie aus dem Erlös der Museumsführungen und Veranstaltungen bestehen.

Seit 1823 Textilien aus dem Sorntal

Zunächst war es die bäuerliche Bevölkerung, die mit Spinnrad und Handwebstuhl das Leinwandgewerbe ausgeübt und die St.Galler Leinwand in ganz Europa zum Qualitätsbegriff gemacht hat. So ist die Ostschweiz wie kaum eine andere Region durch die Industrialisierung der Textilindustrie in den vergangenen 150 Jahren geprägt worden.
Seit 1823 werden im Sorntal Textilien hergestellt. Ausschlaggebend war die Wasserkraft des Sornbaches.
Im Sorntal entstand ein ganzes Industrieensemble, bestehend aus

Fabrikationsgebäuden, Fabrikantenvilla mit Parkanlage, einem Waschhaus, einem Landwirtschaftsbetrieb sowie einem sogenannten Kosthaus, in dem die Arbeiter wohnten.
Die Pioniere für diese Fabrikanlage waren die Herren Staub, Wälti und Honegger. Ab 1891 wurde der Betrieb durch die Familie Brunnschweiler weitergeführt. Von 1969 bis 2007 produzierte die ZETAG AG Handarbeitsstoffe im Sorntal und hat mit einem grossen Neubau einen modernen Textilbetrieb errichtet und so die textile Tradition fortgesetzt.

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